Sämaschinen nicht Sähmaschinen

Sämaschinen sind, wie der Name bereits vorwegnimmt, landwirtschaftliche Geräte, die beim Vorgang des Säens behilflich sind. Kleine Säschare, oder auch Pflugschare genannt, sind ein spezielles Merkmal der Sämaschinen heutzutage. Diese können einen kleinen Riss in den Feldboden ziehen.

 Eine rotierende Nockenwalze, sorgt dafür, dass das Saatgut durch ein Rohr in die zuvor in den Boden gezogene Rille gelangt. Ein an der Sämaschine angebrachter Striegel ist dafür verantwortlich, dass nach dem Aussäen die Spalte sofort wieder geschlossen wird.
Derartige Sämaschinen bieten erheblich Vorteile. Zum einen kann das Saatgut auf diese Weise sehr gleichmäßig am Feld verteilt werden und die Tiefe der Saat durch Einstellungen an der Landmaschinen exakt bestimmt werden.

Dies hat zur Folge, dass deutlich weniger Saatgut aufgewendet werden muss, was sich schließlich günstig auf den Kostenfaktor auswirkt. Zum anderen bietet diese Art des Einpflanzens der Saat großen Schutz vor Vögeln, da der Striegel sofort nach dem Aussäen die Furchen wieder schließt.
Bereits 200 Jahre vor Christus wurden Vorläufer derartiger Saatmaschinen gefunden. Zhao Guo, ein damaliger Beamter, soll für das Erfinden einer solchen Maschine verantwortlich gewesen sein.

Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die erste Sämaschine in Europa in Gebrauch genommen. Ein Italiener namens Camillo Torello hatte sie erfunden und gleich auch patentieren lassen. Dieser Typ von Landmaschine wurde im Laufe der Zeit stets weiterentwickelt, modernisiert und verbessert.

 Es dauerte jedoch bis Mitte des 19. Jahrhunderts bis diese Art von Sämaschinen wirtschaftlich rentabel arbeiten konnten.
Ende des 20. Jahrhunderts sind schließlich auch sogenannte Direktsämaschinen entstanden. Dabei werden die Körner direkt auf den Boden gesät, ohne diesen vorher zu pflügen. Dies hat den Vorteil, dass der natürliche Zustand des Bodens erhalten bleibt und bodenfreundliche Organismen wie zum Beispiel Regenwürmer nicht in Gefahr gebracht werden. Aus diesem Grund erweisen sich diese Direktsämaschinen als etwas umweltschonender als konventionelle Sämaschinen, bei denen der Boden vorher bearbeitet werden muss.