Mähdrescher
Als Mähdrescher werden Landmaschinen bezeichnet, die zum Ernten von Feldern eingesetzt werden. Mittlerweile könne diese Geräte selbstständig vorwärts kommen, wogegen sie in früherer Zeit gezogen werden mussten.
Der englische Begriff „combine harvester“ lässt vermuten, dass mit dem Mähdrescher nicht nur eine, sondern gleich eine Reihe von Erntetätigkeiten betrieben werden können.
Bedeutende Vorläufer für die Entstehung des Mähdreschers waren Mähmaschine und Dreschmaschine. 1786 wurden im Zuge der zunehmenden Industrialisierung und Technisierung der Landwirtschaft die Dreschmaschine eingeführt, welche aber zur dieser Zeit noch mit der Hand zum Laufen gebracht werden musste. 100 Jahre später kam es dann zum Ersteinsatz einer Mähmaschine.
Kurz darauf kombinierte man Dreschmaschine und Mähmaschine, wodurch dann der sogenannte Mähdrescher entstand. Im Laufe der Zeit wurden diese Mähdrescher immer mehr technisiert und modernisiert. 1951 wurde dann in Deutschland er erste selbstständig fahrende Mähdrescher auf einer Messe in Hamburg präsentiert.
Die Arbeitsschritte eines Mähdreschers beginnen mit dem Abschneiden der Feldpflanzen durch das vorne am Mähdrescher befestigte Schneidewerk. Durch eine Querförderschnecke im Schneidewerk werden die gemähten Getreidehalme in den Schrägförderer transportiert. Dort befindet sich ein Steinfilter, der verhindern soll dass Steine in das Dreschersystem gelangen können. Durch den Schrägförderer werden die gemähten Pflanzen dann zur Dreschtrommel und zum Dreschkorb weitergeleitet, wo dann der eigentliche Dreschvorgang stattfindet.
Beim Mähdrescher unterscheidet man zwischen drei Hauptdruschsystemen. Das am häufigsten verwendete Druschsystem nennt sich Tangentiales Druschsystem. Hier werden die zu dreschenden Getreidepflanzen tangential durch das Dreschaggregat geführt. Nachteilig an diesem Druschsystem ist, dass jede Ähre sich nur relativ kurz im Druschsystem befindet, sodass nicht alle Körner optimal gesammelt werden können. Aus diesem Grund wird noch ein Schüttler benötigt, welcher ein zusätzliches Abscheidesystem darstellt und das Korn aus den Ähren herausfiltern soll.
Die durch das Druschsystem und den Schüttler gefilterten Körner fallen anschließend auf einen sogenannten Vorbereitungsboden, wo schließlich die reinen Körner nochmals ausgefiltert werden und über den Korntank letztendlich auf einem Anhänger gesammelt werden.
Mähdrescher gehören zu den teuersten Investitionsgütern, die für die Agrararbeit notwendig sind. Aus diesem Grund teilen sich häufig mehrere kleinere landwirtschaftliche Betriebe eine der teuren Maschinen. Als Alternative zu der Aufnahme teurer Kredite zu Anschaffung der Mähdrescher bieten spazialisierte Unternehmen die eigenen Mähdrescher inklusive den Fachkräften zur Steuerung der Maschinen an. Interessant ist, das vor allem Großgrundbesitzer mit weitläufigen Flächen diesen Service gerne in Aspruch nehmen.