Das Berufsbild des Landwirtes ist eines der ältesten Berufsfelder der Menschheitsgeschichte. Die Liebe zur Landwirtschaft wird traditionell als klassische Männersache angesehen. Frauen spielen hierbei eher die Rolle einer Begleiterscheinung, die zwar mithilft, aber primär eine „Handlangerfunktion“ einnimmt. So wird ein junges Mädchen schon etwas komisch angeschaut, wenn sie den Wunsch äußert, dass sie Landwirtin lernen will.
Viele kommen dann mit dem Ratschlag, „etwas vernünftiges“ zu lernen. Als junges Mädchen auf einem Traktor zu sitzen, ist für manche einfach ein Bild, was nicht zusammen passt. Fernsehsendungen wie „Bauer sucht Frau“ zeigen allerdings, dass es nicht wenige Frauen gibt, die Gefallen an der Landwirtschaft haben und außerdem kein Problem damit haben, die hochhackigen Pumps gegen Gummistiefel zu tauschen.
Auch Jenny, 25, hat diese Erfahrungen gemacht und äußert sich aber heute: „Am Ende meiner Ausbildung angelangt, bin ich wirklich froh, diesen für Frauen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen zu haben. Ich fahre schon immer gerne große Maschinen – für mich sind sie das perfekte Spielzeug für draußen. Ich finde es außerdem schön, dass immer mehr fesche Madeln diesen Weg gehen möchten und kann nur dazu ermutigen, sich gegenüber allen Vorbehalten durchzusetzen.“
Das Leben in der Natur bietet neben dem ungewöhnlich großen Outdoorspielzeug sehr viele Möglichkeiten für den Naturliebhaber: Man ist selbstständig, trägt Verantwortung und muss nicht selten ein hohes Kreativitätspotential an den Tag legen. Für viele gilt als Lebenstraum, der in Erfüllung geht. Auch wenn es ein 24-Stunden-Job ist und man nicht einfach vier Wochen in die Flitterwochen fliegen kann.
Dennoch ist es ein Beruf mit Zukunftschancen. Viele landwirtschaftliche Betriebe sind auf der Suche nach gut ausgebildeten Landwirten bzw. Landwirtinnen. Für viele ist die Abwechslung das, was sie fasziniert. So auch Jenny: „Es gibt im Prinzip nichts, was man nicht machen kann. Ob Viehzucht oder Holzarbeiten – die Palette an Möglichkeiten ist riesig. Und dabei ist man immer am Herzen der Natur.“